HERZLICH WILLKOMMEN
Cared.Wende setzt sich dafür ein, dass schwer kranke und (palliativ-)pflegebedürftige wohnungslose Menschen in Münster besser versorgt werden. Das Projekt analysiert ihre Lebenslagen und Zugangsbarrieren und entwickelt daraus praxisnahe Maßnahmen. Ziel ist es, Versorgung zugänglicher zu machen, adäquate Lebensorte zu gestalten und Fachwissen in Sozial- und Gesundheitswesen zu stärken.
Ausgangslage
In Münster steigt die Zahl wohnungsloser Menschen. Besonders herausfordernd: Immer mehr Betroffene sind pflegebedürftig oder schwer erkrankt. Ihre ohnehin prekäre Lebenssituation verschlechtert den Gesundheitszustand zusätzlich.
- Im Oktober 2024 haben rund 115 Personen obdachlos im öffentlichen Raum übernachtet.
- Zum Stichtag 31.01.2025 waren 2.205 Menschen offiziell als wohnungslos erfasst – ein Anstieg um 33 % innerhalb von 3 Jahren.
- immer mehr wohnungslose Menschen mit Pflegebedarf
- schlechter Gesundheitszustand der Betroffenen
- Personen, die die Versorgung am dringendsten benötigen, können sie am schlechtesten erreichen (Inverse Care Law; vgl. Tudor Hart 1971, S. 412)
- fehlende Versorgungsmöglichkeiten
- Angebote werden wegen Barrieren nicht erreicht
- Diskriminierung wohnungsloser Menschen
Einen ausführlichen Blick auf die Ausgangslage und die analysierten Ergebnisse bekommen Sie in unserem Forschungsbericht. Diesen finden Sie hier [Link zur Kachel 1 Projektvorstellung].
Förderung und Evaluation
Das Projekt Cared.Wende wird vom Aktionsprogramm „Hilfen in Wohnungsnotfällen“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW gefördert.
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation erfolgt durch die Gesellschaft für Innovative Sozialforschung und Sozialplanung e. V. in Bremen.
Das Projekt wird vom 1. April 2024 bis zum 30. September 2026 gefördert.
Literaturverzeichnis
European Homelessness Counts (2024): Ergebnisse [Unveröffentlichtes Dokument].
Fazel, Seena/Geddes, John/Kushel, Margot (2014): The health of homeless people in high-income countries. Descriptive epidemiology, health consequences, and clinical and policy recommendations. In: Lancet 384, H. 9953, S. 1529–1540.
Klop, Hanna/de Veer, Anke/van Dongen, Sophie/Francke, Anneke/Rietjens, Judith/Onwuteaka- Philipsen, Bregje (2018): Palliative care for homeless people. A systematic review of the concerns, care needs and preferences, and the barriers and facilitators for providing palliative care. In: BMC Palliative Care, Vl. 17, Is. 67, S. 2-16.
Statistisches Bundesamt (2024): Untergebrachte wohnungslose Personen. Kreise, Stichtag, Nationalität, Geschlecht, Altersgruppen. Tinyurl.com/4yv8vazb (Abfrage: 12.05.2025).
Steckelberg, Claudia (2023). Wohnungslosigkeit. Grundlagen und Handlungswissen für die Arbeit. Stuttgart: W. Kohlhammer.
Stehling, Heiko (2008): Pflege und Wohnungslosigkeit. Pflegerisches Handeln im Krankenhaus und der aufsuchenden Hilfe. In Bauer, Ullrich & Büscher Andreas (Hrsg.): Soziale Ungleichheit Pflege. Beiträge sozialwissenschaftlich orientierter Pflegeforschung. Wiesbaden: VS Verlag Sozialwissenschaften. S. 375-395.
Steiger, Ignaz (2010): Die Auswirkungen von Wohnungslosigkeit auf die Gesundheit und den Zugang in das Gesundheitssystem. refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/4907 (Abfrage: 12.05.2025).
Tudor Hart, Julian (1971): The Inverse Care Law. In: The Lancet. Jg. 297, H. 7696. S. 405–412.